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Am 8. Februar 2011 wird das Bundesverfassungsgericht zur Frage der Sicherungsverwahrung verhandeln. Norbert Siegmund begleitete Justizvollzugs-Beamte, Therapeuten und vor allem Sicherungs-Verwahrte, die offen vor der Kamera über ihre Straftaten und ihre Situation reden.
In der Justizvollzugsanstalt Berlin Tegel, Deutschlands größtem Gefängnis, leben über 3000 Gefangene. Fast 50 von ihnen haben ihre Strafe abgesessen, aber sie gelten weiterhin als gefährlich und bleiben deshalb in Sicherungsverwahrung, eingesperrt in einem gesonderten Trakt auf zwei Etagen.
Zu ihnen gehört auch Klaus W., der bereits über 30 Jahre hinter Gittern verbracht hat. Der Räuber und Trickbetrüger machte Schlagzeilen, als er zuletzt als "falscher Polizist" einen Drogendealer verhaftete und ihm das Geld abnahm. Vor sieben Jahren hat Klaus W. seine letzte Strafe verbüßt, aber als Rückfalltäter bekam er zusätzliche Sicherungsverwahrung. Die Maßnahme wird von deutschen Gerichten nicht nur über Sexualstraftäter und Mörder verhängt.
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Bundesrepublik bereits zweimal gerügt, weil die zeitlich unbefristete und rückwirkend verhängte Unterbringung im Gefängnis die Menschenrechtskonvention verletzt. Am 8. Februar 2011 wird das Bundesverfassungsgericht zur Frage der Sicherungsverwahrung verhandeln. Das Urteil wird mit Spannung erwartet, denn zurzeit gibt es große Unsicherheit, ob und welche Täter freikommen. Wiegt das Sicherheitsbedürfnis der Allgemeinheit schwerer als das Menschenrecht ehemaliger Straftäter?
rbb Reporter Norbert Siegmund verbrachte eine Woche unter den "gefährlichsten Männern Berlins".
Film von Norbert Siegmund
(Erstsendung der 45-Minutenfassung: 09.01.11 / WDR)
(Erstsendung der 30-Minutenfassung: 07.11.10 / ARD Das Erste)
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/doku/die_rbb_reporter1/beitraege/wegsperren_fuer_immer.html