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Die Büste des "Brutus", eine der berühmtesten und wertvollsten antiken Bronzebüsten Roms, ist für zwei Monate in Berlin zu Gast. Das Alte Museum zeigt die Leihgabe aus Italien in einer Ausstellung (24. Februar bis 2. Mai), die den Einfluss des Kunstwerkes auf die Weltgeschichte nachzeichnet.
Lucius Iunius Brutus war der erste römische Konsul, der im späten 6. Jahrhundert v. Chr. die etruskischen Könige vertrieben und die römische Republik herbeigeführt haben soll.
Seine Büste galt schon in der Französischen Revolution als Wahrzeichen des Widerstandes und diente damit als Rechtfertigung für die Hinrichtung König Ludwigs XVI. und für die zunehmende Radikalisierung der Revolution.
Brutus als Vorbild
Der spätere Caesarmörder Marcus Iunius Brutus berief sich gleichwohl voller Stolz auf seinen angeblichen Vorfahren und prägte 54 v. Chr. dessen bärtiges Bildnis auf die Vorderseiten seiner Münzen. Auch ihm diente das legendäre Vorbild dazu, den Tyrannenmord an Caesar als republikanischen Rettungsakt zu rechtfertigen.
Für Napoleon gehörte der "Brutus"-Kopf zu den Kunstwerken, die er im Triumphzug durch Paris führen ließ. Erst nach seinem Sturz kehrte die Büste nach Rom zurück und verließ seither ihren Platz im Konservatorenpalast nicht mehr - bis sie nun nach Berlin kommt.
Die Sonderausstellung in der Antikensammlung des Museums kam durch die Zusammenarbeit mit den Kapitolinischen Museen in Rom und der italienischen Botschaft zustande. Michael Eissenhauer, der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, sprach von einem "außergewöhnlichen Entgegenkommen" der römischen Seite.
Schätze der Ausstellung
Die Büste zeigt das strenge Bildnis eines bärtigen Mannes in reifem Alter. Doch das ist nicht der einzige Schatz in der Ausstellung: Durch einen besonderen Glücksfall besitzt das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin die früheste Zeichnung der Büste in einem Skizzenbuch des holländischen Malers Maarten van Heemskerck, so dass erstmals beide Werke nebeneinander gezeigt werden können.
Heute ist allerdings umstritten, ob die Büste wirklich Brutus den Älteren darstellt. Möglicherweise handelt es sich Museumsangaben zufolge auch um einen unbekannten Römer. Doch das mindert weder ihren Wert noch ihre Bedeutung, die sie in der Geschichte hatte.
Quelle: dpa / Altes Museum
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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