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Carl-Wolfgang Holzapfel in Gefängniszelle (dpa-Foto, 29.10.2009)

Carl-Wolfgang Holzapfel saß in den 60er Jahren neun Monate lang in Einzelhaft.

Geschichte/Stasi

Aktion gegen Vergessen in Stasi-Gefängnis

Ein früherer Häftling der DDR-Staatssicherheit hat am Donnerstag eine ungewöhnliche Aktion gegen das Vergessen gestartet. Der 65-jährige Carl-Wolfgang Holzapfel ließ sich für eine Woche in einer Zelle im früheren Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen einschließen.

Holzapfel saß in den 60er Jahren neun Monate in Einzelhaft in Hohenschönhausen und wurde dann vom Westen freigekauft. Seine Aktion soll rund um die Uhr gefilmt und im Internet unter www.stasi-live-haft.de gezeigt werden.

Der Leiter der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, begrüßte das Projekt und versicherte Holzapfel seine Hochachtung. Er sei sich bewusst, dass die Aktion "etwas Irritierendes und Verstörendes hat".

Bei anderen Stasi-Opfern stieß die Aktion hingegen auf Kritik. Ehemalige Häftlinge äußerten ihr Unverständnis. Der SPD-Parlamentarier Schreiber aus dem Berliner Abgeordnetenhaus hatte vor der "Haft" gefordert, die Aktion abzusagen. Das Anliegen sei in Ordnung, aber Holzapfel eine mehr als dubiose Person, sagte Schreiber. Holzapfel gehörte früher der rechtsgerichteten Partei Die Republikaner an.

Stand vom 29.10.2009

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 29.10.2009 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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