Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Politik


Carl-Wolfgang Holzapfel saß in den 60er Jahren neun Monate lang in Einzelhaft.
Ein früherer Häftling der DDR-Staatssicherheit hat am Donnerstag eine ungewöhnliche Aktion gegen das Vergessen gestartet. Der 65-jährige Carl-Wolfgang Holzapfel ließ sich für eine Woche in einer Zelle im früheren Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen einschließen.
Holzapfel saß in den 60er Jahren neun Monate in Einzelhaft in Hohenschönhausen und wurde dann vom Westen freigekauft. Seine Aktion soll rund um die Uhr gefilmt und im Internet unter www.stasi-live-haft.de gezeigt werden.
Der Leiter der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, begrüßte das Projekt und versicherte Holzapfel seine Hochachtung. Er sei sich bewusst, dass die Aktion "etwas Irritierendes und Verstörendes hat".
Bei anderen Stasi-Opfern stieß die Aktion hingegen auf Kritik. Ehemalige Häftlinge äußerten ihr Unverständnis. Der SPD-Parlamentarier Schreiber aus dem Berliner Abgeordnetenhaus hatte vor der "Haft" gefordert, die Aktion abzusagen. Das Anliegen sei in Ordnung, aber Holzapfel eine mehr als dubiose Person, sagte Schreiber. Holzapfel gehörte früher der rechtsgerichteten Partei Die Republikaner an.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2009_10/aktion_gegen_vergessen.html