Sie sind hier:
rbbonline | Nachrichten | Politik


Der Winter mit seinen Folgen hat die Region weiter voll im Griff.
Angesichts der anhaltend glatten Gehwege in Berlin wird weiter über Gegenmaßnahmen diskutiert.
Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus haben ein Sofortprogramm gegen die Eisglätte auf Gehwegen gefordert. Der Senat müsse dafür sorgen, dass Haltestellen, Fußgängerüberwege und Gehwege wieder gefahrlos passierbar seien, sagte die Fraktionsvorsitzende Pop.
Zuerst müsse eine Gefahren-Hotline eingerichtet werden, auf der die Berliner gefährliche Stellen melden könnten. Außerdem müssten 1000 zusätzliche Einsatzkräfte bereitstellen werden, die unabhängig von der Zuständigkeit die Gehwege vom Eis befreien.
Die Ausgaben dafür müssten den Hausbesitzern in Rechnung gestellt werden, betonte Popp.
Zugleich kritisierte sie die Äußerung des Regierenden Bürgermeisters Wowereit, Berlin sei nicht Haiti. Sie zeige, dass sich Wowereit für die Probleme der Menschen nicht interessiere.
Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) wies im rbb-Inforadio Vorwürfe zurück, der Senat sei untätig. Die Zuständigkeiten seien klar geregelt, sagte sie.
Notmaßnahmen gegen vereiste Gehwege
Hauptproblem sind nach wie vor die teilweise sehr glatten Fußgängerwege. Deshalb wird diskutiert, ob Ein-Euro-Jobber zur Eisbeseitigung vor allem auch an den Haltestellen der Busse der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) eingesetzt werden können. Auch das Technische Hilfswerk Berlin hat seine Hilfe im Kampf gegen die Glätte angeboten.
Da Streugut in den Baumärkten bereits knapp geworden ist, gibt die Berliner Stadtreinigung (BSR) seit Freitagmittag kostenlos Split und Sand an Privatleute ab. In den Recyclinghöfen in Marzahn, Reinickendorf, Spandau, Steglitz und Treptow-Köpenick kam es teilweise zu großem Andrang.
Unterdessen habe die Berliner Bezirke den Einsatz gegen Hauseigentümer verschärft, die sich vor der Schnee- und Eisbeseitigung drücken. Inzwischen sind rund 4000 Bußgeldbescheide unterwegs. Im Einzelfall könnten bis zu 10.000 Euro fällig werden, in der Regel lägen die Beträge jedoch um 1000 Euro, sagte der Pankower Bezirkstadtrat für Öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner (Grüne).
Hauptbahnhof für Zugverkehr teilweise gesperrt
Unterdessen war am Morgen der Zugverkehr am Berliner Hauptbahnhof eingeschränkt. Der Grund war hier aber ein technischer Defekt.
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, mussten die Gleise 12 und 13 zwischenzeitlich für den Zugverkehr gesperrt werden. Ursache war ein Defekt an den Lüftungsklappen der Dachscheiben. Bis sieben Uhr konnten drei Regionalbahnlinien sowie der S-Bahn-Ergängzungsverkehr den Bahnhof nicht anfahren. Inzwischen laufe der Verkehr wieder nach Fahrplan, teilte die Bahn mit.
Dagegen blieb der Flugverkehr in Berlin-Schönefeld und Berlin-Tegel trotz der heftigen Schneefälle in der vergangenen Nacht unbeeinträchtigt. Nach Auskunft der Flughafen-Betreiber waren sowohl Abflüge als auch Ankünfte pünktlich.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2010_02/Glaetteabsperrungen.html