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Kirchendach mit Kreuz (dpa-Archivbild)

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Beschuldigter Pfarrer zu Missbrauchsvorwürfen

Der ehemalige Pfarrer der katholischen Heilig Kreuz Kirche in Berlin-Hohenschönhausen hat sich in einer schriftlichen Erklärung erstmals zu den Missbrauchsvorwürfen gegen sich geäußert.

Das Schreiben, das dem rbb in Auszügen vorliegt, wurde am gestrigen Abend auf einer Versammlung der Gemeinde vorgelesen. Darin stellte der beschuldigte Pfarrer, der seit einem halben Jahr von seiner Arbeit in der Gemeinde beurlaubt ist, klar, dass er nicht "auf Grund seiner Selbsteinschätzung" um die Beurlaubung gebeten habe, sondern damit der Aufforderung seiner Diözese gefolgt sei. Weiter heißt es: "Außer, dass sich eine anonyme Person 2001 belästigt fühlte von einem sexuellen Klima, das ich verbreitet haben soll, sind mir bis heute keine Fakten genannt worden".

Zu den Vorwürfen sei er in einem Vernehmungsgespräch des Erzbistums über mehrere Stunden befragt worden. Nach diesem Gespräch sei er, so wörtlich, "in einer Ausnahmesituation gewesen" und habe das Vernehmungsprotokoll unterschrieben. Eine Kopie des Protokolls sei ihm nicht ausgehändigt worden. Die Gemeindemitglieder gehen von der Echtheit des Schreibens aus.

Der Beauftragte des Berliner Erzbistums für sexuellen Missbrauch, Dybowski, sagte, er wolle das überprüfen und räumte Fehler im Umgang mit dem Beschuldigten ein. Außerdem wolle er den Pfarrer zu einem Gespräch bitten.

Die Gemeinde erneuerte ihre Kritik am Umgang des Erzbistums mit den Missbrauchsvorwürfen. Den Gemeindemitgliedern sei nicht klar, was dem Pfarrer genau vorgeworfen werde. Zudem habe das Bistum die Gemeinde zu spät informiert. Von den Missbrauchsvorwürfen habe sie über die Presse erfahren. Dybowski kündigte an, in Zukunft engeren Kontakt zur Gemeinde zu halten.

Stand vom 11.02.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 11.02.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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