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Canisius-Kolleg (dpa-Archivbild)

Kriminalität

Bischöfe befassen sich mit Missbrauch

Die deutsche Bischofskonferenz wird sich auf ihrer nächsten Vollversammlung mit dem vor wenigen Tagen bekannt geworden Missbrauch von Schülern am Colleg der Jesuiten beschäftigen.

Das teilte Erzbischof Robert Zollitsch am Mittwoch mit. Zugleich begrüßte er die Entschuldigung des Jesuiten-Chefs Stefan Dartmann. Dieser hatte zuvor bekannt gegeben, dass gegen einen weiteren Pater Missbrauchsvorwürfe vorliegen.

Der Rektor des Berliner Canisius-Kollegs, Klaus Mertes, erwartet, dass noch weitere Fälle bekannt werden. Was an seinem Gymnasium sichtbar geworden sei, passiere auch an anderen, nichtkatholischen Schulen, sagte Mertes.

Weiterer Pater gestand Missbrauch

Zu Wochenbeginn waren Vorwürfe gegen einen dritten Pater laut geworden. Der Geistliche hatte nach Angaben des Collegs bereits ein Teilgeständnis abgelegt. Die Übergriffe sollen sich in den 70er Jahren in Hannover ereignet haben. Dort war der Jesuit als Jugendseelsorger tätig. Zuvor arbeitete er unter anderem als Religionslehrer am Berliner Canisius-Kolleg.

Erzbistum kündigt Maßnahmen zur Vorbeugung an

Nach diesem dritten Geständnis von sexuellen Übergriffen eines Paters des Collegs kündigte das Erzbistum Berlin der katholischen Kirche eine intensivere Vorbeugung an.

Am nächsten Dienstag sollen alle Direktoren von Schulen des Erzbistums informiert und Maßnahmen zur Vorbeugung vorgestellt werden.

Sterzinsky räumt Versäumnisse ein

Berlins Erzbischof Georg Sterzinsky räumte klare Versäumnisse der katholischen Kirche ein.

In der B.Z.(Donnerstag) schreibt er, in der Vergangenheit habe es wohl eine Kultur des Wegschauens gegeben. Das Thema des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche sei vernachlässigt worden.

Ehemalige Schüler kündigen Antrag auf Akteneinsicht an

Mehrere ehemalige Schüler, die am Berliner Canisius-Gymnasium sexuell missbraucht wurden, kündigten am Mittwoch an, vollständige Einsicht in die Akten der Schule und des Jesuiten-Ordens zu fordern. Das teilte ihre Rechtsanwältin mit.

Die Opfer wollten eine vollständige Aufkärung und erhofften sich Antworten auf die Fragen: Wer hat wann versagt und wer kann zur Rechenschaft gezogen werden. Die Forderung nach Akteneinsicht sei von der Schule allerdings unter Hinweis auf die strafrechtlichen Ermittlungen abglehnt worden, erklärte die Juristin. Sie kündigte die Prüfung einer Klage auf Schadensersatz gegen das Canisius-Gymnasium und den Orden an.

Stand vom 03.02.2010

Dieser Beitrag gibt den Sachstand vom 03.02.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

Inforadio-Interviews

Audio 02.02.10

Kirchenopposition fordert Sexualdebatte

Angesichts der Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Colleg hat der Vorsitzende der Organisation "Wir sind Kirche", Christian Weisner, eine grundsätzliche Diskussion über die Sexualität in der Kirche gefordert.

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http://www.rbb-online.de/nachrichten/politik/2010_02/bischoefe.html

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