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Zur Aufklärung des Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen plant das Erzbistum Berlin die Einsetzung einer externen Kommission.
Die Bildung dieses Gremiums komme gut voran, sagte Bistums-Sprecher Stefan Förner am Montag. Die Kommission solle ihre Arbeit so schnell wie möglich aufnehmen. Es gäbe auch bereits eine Liste mit konkreten Namen möglicher Mitglieder. Sie sollen allerdings erst bekanntgegeben werden, wenn sie ihre Aufgabe offiziell angenommen haben.
Die Kommission soll die Arbeit von dem derzeitigen Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums, Stefan Dybowski, übernehmen. Dybowski habe seinen Rückzug damit begründet, dass er als Leiter der Seelsorge im Ordinariat nicht die nötige Distanz zu den möglichen Tätern habe.
Missbrauch: Ehemalige Nonne bestreitet Vorwürfe
Nach dem Missbrauchs-Vorwurf gegen eine Nonne aus einem Kinderheim haben die Berliner Hedwigschwestern angekündigt, den Fall offensiv aufklären zu wollen.
Ein Ordensprecher sagte am Montag, man habe Kontakt mit der Beschuldigten aufgenommen. Die mittlerweile 79 Jahre alte Frau bestreite die Vorwürfe. Sie sei 1986 aus persönlichen Gründen aus dem Orden ausgetreten. Nach eigenen Aussagen habe sie erkannt, dass das Ordensleben nicht das Richtige für sie gewesen sei.
In der ZDF-Sendung "Mona Lisa" hatte am Sonntag eine ehemalige Heim-Bewohnerin berichtet, dass sie in den 50er und 60er Jahren von einer Nonne missbraucht worden sei.
Debatte um Verjährungsfristen
Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) und der brandenburgische Justizminister Volkmar Schöneburg (Linke) sind gegen längere Verjährungsfristen bei sexuellem Missbrauch.
Nach 30 oder mehr Jahren werde es nicht einfacher, solche Fälle aufzuklären, sagte Schöneburg am Montag der rbb-Welle Antenne Brandenburg. Er könne sich allenfalls eine Fristverlängerung beim Schadenersatz vorstellen.
Nach Einschätzung seiner Berliner Amtskollegin ist es sinnvoller, die Opfer zu einer sofortigen Strafanzeige zu ermutigen.
Schröder lädt zu Rundem Tisch
Als Konsequenz aus den Missbrauchsfällen will die Bundesregierung jetzt einen Runden Tisch einrichten. Als Termin ist der 23. April angesetzt. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte am Montag, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Kindesmissbrauch gebe es an Schulen genauso wie in Sportvereinen oder in der Familie.
Bei dem Treffen soll - laut Schröder - über vorbeugende Maßnahmen und über Hilfen für die Opfer geredet werden. Eingeladen sind unter anderem die beiden großen Kirchen, Vertreter von Schulen, Familienverbände und Ärzte.
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