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Am neuen Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld haben am Dienstag die ersten Passagiere probeweise eingecheckt. Mit dem "Komparsentag" läutete die Flughafengesellschaft die heiße Phase vor der Eröffnung des Flughafens am 3. Juni dieses Jahres ein.
260 Freiwillige testeten im neuen Terminal in Schönefeld Ankunft, Check-In und Sicherheitskontrollen. Bis zur Eröffnung des Airports kommen insgesamt 10.000 freiwillige Testpersonen zum Einsatz, um von Anfang an einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Neben den Komparsen beteiligten sich am Dienstag auch mehrere hundert Beschäftigte von Polizei, Zoll und Fluggesellschaften am Probebetrieb. Sie hatten bereits im November mit den ersten Testläufen am neuen Airport begonnen.
Keine größeren Schwierigkeiten
"Heute ist für uns ein ganz, ganz wichtiger Tag. Heute kommt der Kunde hinzu", sagte Flughafenchef Rainer Schwarz zur Begrüßung der Freiwilligen. Sie waren gebucht auf Flüge nach München, Budapest, Wien, Oslo, Palma de Mallorca und Helsinki - die Reise endete allerdings am Gate.
Größere Schwierigkeiten gab es nach Worten des Probebetriebsmanagers Christoph Aumüller nicht. Der Test habe jedoch ergeben, dass sich viele Passagiere nach der Sicherheitskontrolle mehr Platz wünschen, um ihre Mäntel wieder anzuziehen. Beamte bei der Ausweiskontrolle seien durch das Sicherheitsglas schlecht zu verstehen gewesen.
Einzelne Komparsen simulierten in Schönefeld auch außergewöhnliche Situationen. Dazu zählten etwa vergessene Medikamente in bereits eingecheckten Koffern, Verlegungen von Gates oder Passagiere, die nach dem Check-In ihren Flug doch nicht antreten und deren Gepäck wieder aus der Maschine geholt werden muss.
Bezahlt wurden die Tester nicht. Sie erhielten Verpflegung und als Dankeschön Geschenke wie Kaffeetassen mit Flughafen-Logo.
Kunkel mit Testlauf zufrieden
Nach dem ersten Tag der offziellen Testphase für den künftigen Flughafen Berlin-Brandenburg hat die Flughafengesellschaft eine positive Bilanz gezogen. Flughafen-Sprecher Ralf Kunkel sagte im rbb, dies habe besser geklappt als erwartet. Allerdings sei einmal die Lautsprecheranlage ausgefallen. Zudem hätten Testpersonen angemerkt, dass die Orientierung nicht einfach gewesen sei. Dieses Problem werde aber bis zur Eröffnung am 3. Juni behoben sein.
Nummer drei hinter Frankfurt und München
Der Flughafen, der nach dem früheren Bundeskanzler "Willy-Brandt-Airport" heißen wird, übernimmt den Flugbetrieb von den Berliner Airports Tegel und Schönefeld. Beide werden zum 2. Juni schließen.
An dem Neubau sollen künftig bis zu 27 Millionen Passagiere pro Jahr starten und landen. Das wären durchschnittlich 74.000 pro Tag. Damit ist Schönefeld die neue deutsche Nummer drei hinter Frankfurt und München.
Bauherren sind der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg. Derzeit sind täglich mehr als 5.000 Arbeiter auf der Baustelle im Einsatz.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg