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Blanche Elliz, Quelle: rbb

Interview mit Blanche Elliz

Blanche Elliz ist eine echte holländische Pflanze. Das merkt man auch daran, wie sie unsere Fragen beantwortet hat. Und weil das so ist, wurde alles so gelassen und klingt eben – manchmal irgendwie holländisch!


In Holland werden Gurken und Tomaten gezüchtet. Und Frau Antje macht Käse. Deine Familie macht Musik. Glaubst du, dass das Singen dir im Blut liegt?

Witzigerweise lieeebe ich Tomaten (aber eher die Italienischen ;-).
Und Käse (den Französischen).
Aber das Singen habe ich durchaus von meiner holländischen Familie.
Mein Papa war Sänger (Jazz und Operette). Meine Mutter sang auch eine Saison bei der Operette und lernte da mein Vater kennen. Seine Mutter wiedrum (die ich leider nie gekannt habe) war auch Sängerin. In den dreißiger Jahre sang sie beim Radio. Ich habe sie unbekannterweise immer sehr geliebt. Sie wirkte stark auf meine Fantasie weil man ihr nachsagte hellseherische Fähigkeiten zu haben. Außerdem schwärmte mein Vater immer von ihrer wunderschönen Stimme und ihrer Schönheit :-).
Als ich vier Jahre alt war besuchte ich mal einen Auftritt meines Vaters. Er war oft „on the road“, also rannte ich auf ihn zu und wollte sofort auf seinen Arm. Erst als ich ihn - total glücklich - um den Hals fiel, hörte ich hinter mir einen entzückten Applaus. Als ich umguckte merkte ich, dass wir auf einer riesen Bühne standen und das Applaus kam wie ne warme Welle über mich geschappt. In dem Moment wusste ich: das will ich auch!!



Wie ist die Amsterdamerin nach Berlin gekommen? Und wie zur Gruppe „Rumpelstil“?

In März `96 kam ich nach Berlin in meinem kleinen Honda Civic. Neben mir mein Hund, im Gepäck nur ein Koffer, ein Teppich und mein home-Studio (damals noch ein 4-Spuren Tascam, ein Mikrofon und ein Keyboard).
Noch vor der Wende war ich viel auf Tour durch Ost- und West- Deutschland. Als ich mit der Band Gruppo Sportivo fast zwei Monate durch die DDR getourt bin, zusammen mit der Ostrockband Pankow, war das für mich sehr beeindruckend. Ich machte ein Paar Freunde, die mich immer wieder nach Berlin einluden, um bei Konzerte oder Plattenaufnahmen mitzumachen. Auch mit Bolland und Bolland besuchte ich auf Promotiontour öfters Berlin (aber dann die West-Side). Diese Stadt wurde zu meine absolute Lieblingsmetropole !
Als ich mich aus privaten Gründen in Amsterdam nicht mehr so wohl fühlte, beschloss ich über Nacht den Sprung zu wagen. Meine Berliner Freunde haben mich damals sehr dabei geholfen. Und.... Ich habe meine Entscheidung niemals bereut.

Ein Manager namens Schubi (Wolfgang Schubert) brachte mich mit Rumpelstil in Kontakt, nachdem Tina Tandler und Lexa Thomas ausgestiegen waren. Rumpelstil wollte diesmal eine Sängerin, die sowohl komponieren konnte als auch ein Instrument spielen. Ich kannte Schubi noch von der Tour mit Pankow. Er rief mich an und sagte: “ Ich habe da was, das ist echt was für Dich!“
Ich wollte zuerst nichts von der Idee wissen, aber Schubi hatte Recht. Sobald ich Brumme, Max, Peter und ihre tolle Musik kennen lernte war ich „verkauft“.
Das war in 2001. Wo bleibt die Zeit. Seufz....


Du singst nicht nur, du spielst auch Akkordeon. In manchen Gegenden heißt es auch Tretschrank oder Quetschkommode oder auch Schifferklavier. Egal, wie es auch genannt wird: Dieses Handzuginstrument, bei dem der Ton durch frei schwingende, durchschlagende Zungen erzeugt wird, (klar soweit?!), ist nicht gerade ein Instrument der Popmusik. Was gefällt dir am Akkordeon?

Akkordeon ist ein sehr flexibel einsetzbares Instrument. Es passt zu Chanson -
oh Melancholie -, es passt zu Lieder und Weisen aus der Heimat, es passt zu Rock- und Popmusik.
Rumpelstil ist auch nicht auf eine Musikrichtung festgelegt, außer auf gute Musik.
Akkordeon ist außerdem wie ein kleines tragbares Klavier. Das habe ich nämlich ursprünglich gelernt ;-).


Welche Bücher liest du am liebsten?

Bücher.... hmmm.
Als Kind war ich eine echte Leseratte. Auch im Gymnasium - aber da musste ich hauptsächlich Englisch und Deutsch lesen (es hat was gebracht
:-) ).
Jetzt habe ich eigentlich (und leider) viel zu wenig Zeit. Auf Tour im Bandbus lese ich lieber Sachen die man schnell wieder weglegen kann - Magazine oder... die Zeitung (herrlich).
Zu Hause lese ich sehr gerne die letzte Holländische Bestseller, die meine Mutter oder meine Freundin Margo mir schicken. Im allgemeinen: (internationale) Romane, Biografien (vor allem historische, oder die von Musiker/Filmstars und Politiker), Süd-Amerikanische Literatur.
Eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen ist Isabel Allende („Das Geisterhaus“ finde ich wunderschön).






Die erleuchtenden Fragen stellte Tina Henneberg vom rbb-Familienprogramm.

Dieser Text gibt den Sachstand vom 13.07.2010 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

© Rundfunk Berlin-Brandenburg

http://www.rbb-online.de/quergelesen/beitraege/12__berliner_taschenlampenkonzert0/interview_mit_blanche.html

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