Sie sind hier:
rbbonline


Berlin und Brandenburg kommen im April nicht aus dem Feiern raus: Während die Eisbären schon wieder einen Titel feiern, kommen zum Baumblütenfest mehr als 600.000 Besucher nach Werder. Der Friedrichstadtpalast feiert seinen 25. Geburtstag. Und dann wird auch endlich Berlins ganz persönliche Gretchenfrage beantwortet.
"Pro Reli" bei Volksabstimmung gescheitert
Am 26. April klärt ein Volksentscheid die Frage, die seit Wochen debattiert wird: Die Gleichsetzung des Religions- mit dem Ethikunterricht. Die Initiative "Pro Reli" hatte dafür im Vorfeld einen neuen Entwurf des Schulgesetzes erarbeitet. Die unter anderem von den Kirchen sowie den Oppositionsparteien CDU und FDP unterstützte Initiative wollte Religion als Wahlpflichtfach von der 1. Klasse an durchsetzen. Ihr Hauptargument ist, dass nicht der Staat definieren dürfe, welche Inhalte der Religionen bzw. Werte wichtig und vermittelnswert sind.
Der Senat von SPD und Linkspartei, die oppositionellen Grünen sowie einzelne Kirchenmitglieder wollten dagegen die bestehende Regelung beibehalten, wonach Ethik Wahlpflichtfach ab der 7. Klasse ist. Sie berufen sich darauf, dass das Ethikfach in der multikulturellen Stadt Berlin eine Grundlage zur Wertevermittlung für Oberschüler aller Weltanschauungen garantiert.
Das Ergebnis der über Monate kontrovers geführten Debatte fiel eindeutiger aus als erwartet: Über 85 Prozent der Wähler sprechen sich gegen "Pro Reli" aus.
Eisbären holen ihren vierten Meistertitel
Vier Pokale in fünf Jahren: Die Eisbären Berlin sind auch 2009 Deutschlands beste Eishockey-Mannschaft. Den Titel holt sich das Team am 15. April in Düsseldorf. Anfangs noch im Rückstand, gewann die Mannschaft mit 4:2 gegen die Rheinländer DEG Metro Stars. Rund 4.000 Fans haben nach der Heimkehr vor dem Roten Rathaus mit ihrem Verein gefeiert und ihn im Anschluss per Auto-Korso in sein neues Zuhause begleitet: die O2-Arena in Friedrichshain.
Baumblütenfest: 600.000 Gäste gratulieren zum Jubiläum
Einmal im Jahr platzt Werder (Potsdam-Mittelmark) aus allen Nähten: Zum 130. Baumblütenfest kommen diesmal 600.000 Besucher in die Havelstadt - das sind nochmal 100.000 mehr als 2008. Grund für den enormen Ansturm war der Tag der Arbeit, der in die Festtage fiel, und das besonders sommerliche Wetter.
Zum Baumblütenfest, einem der größten Volksfeste in Deutschland, bieten rund 120 Obstbauern in ihren Höfen und Gärten den beliebten Obstwein an. Für die Besucher gibt es Unterhaltungsprogramme auf mehreren Bühnen - und die Möglichkeit, mit Bahn, Bus und Schiff nach Werder zu reisen.
Krise erreicht Eisenhüttenstadt
Ende April ist am größten ostdeutschen Stahlstandort die Wirtschaftskrise voll angekommen: Rund 500 Stahlarbeiter demonstrieren in Eisenhüttenstadt für den Erhalt ihre Jobs. So wollen sie ein Zeichen setzen – gegen die Pläne ihres Arbeitgebers Arcor Mittal, die Produktion auf 25 Prozent zurückzufahren.
Zu dieser Zeit sind knapp 90 Prozent der Beschäftigten bereits in Kurzarbeit. Und die Auswirkungen der Finanzkrise bekommt nicht nur die Stahlindustrie zu spüren: Auch vielen anderen regionalen Dienstleistern droht dieser Tage das Aus.
Trauer und Freude im Friedrichstadtpalast
Trauer und Freude herrschen in diesem Monat gleichermaßen im Berliner Friedrichstadtpalast. Am 4. April stirbt der ehemalige Intendant des traditionsreichen Hauses, Alexander Iljinskij, an Herzversagen. Für den jetzigen Intendanten Berndt Schmidt war es Iljinskij, der als "Retter des Friedrichstadtpalastes" nach der Wende für den Erhalt des Hauses gesorgt hat.
Und ohne ihn würde man wenige Wochen später wohl auch nicht den 25. Geburtstag feiern: Am 27. April 1984 als letzter Prunkbau der DDR eröffnet, ist der Friedrichstadtpalast heute Europas größter Show-Palast und baulich eine technische Meisterleistung geblieben. Aktuell beeindruckt er mit der glamourösen Show "Qi" Berlin und seine Besucher.
Nußbaum kommt für Sarrazin als Finanzsenator
Seit dem 30. April heißt der neue Berliner Finanzsenator Ulrich Nussbaum. Der promovierte Jurist hat schon Erfahrung in seinem neuen Amt: Er war von 2003 bis 2007 Finanzsenator in Bremen. Der parteilose Nußbaum kommt für Thilo Sarrazin (SPD), der nach sieben Jahren zur Bundesbank wechselt.
Für die Berliner war Sarrazin erfolgreicher Finanzpolitiker und schwer zu bändigender Sprücheklopfer zugleich. Nach nicht einmal sechs Monaten ist er in seinem Vorstandsposten bei der Bundesbank wegen des Sprücheklopfens bereits heftig beschnitten worden: Er hatte umstrittene Äußerungen über Ausländer gemacht, die integrationsunwillig seien und pausenlos nur "kleine Kopftuchmädchen" produzieren würden, und damit seine eigene Entmachtung ausgelöst.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/stadt_land/dossiers/2009/jahresrueckblick/_pro_reli__scheitert.html