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Immer mehr Arbeitnehmer müssen eine Auszeit nehmen, um wieder zu Kräften zu kommen. Neben persönlichen Gründen ist es oft die Folge zunehmender Arbeitsverdichtung. Einige Unternehmen steuern gezielt dagegen.
Das Spezialpflegeheim Hennigsdorf zum Beispiel bietet seinen Mitarbeitern Kurse und Seminare an, um sie vor dem Burnout zu bewahren. Eine Investition, die sich lohnt, argumentiert die Einrichtungsleiterin. Denn wenn die Mitarbeiter gesund bleiben, sinkt der Krankenstand, und die Produktivität erhöht sich.
Zudem ist ein Burnout schlimmer als ein Beinbruch - es ist ein gravierender Einschnitt im Leben, weiß Werner Fürstenberg. Sein Institut berät Arbeitnehmer von mittelständischen und großen Unternehmen, die sich bei persönlichen Problemen jederzeit anonym an die Therapeuten des Instituts wenden können.
Laut Fürstenberg ist inzwischen rund jeder sechste Arbeitnehmer, der ins Institut kommt, so ausgebrannt, dass er von Fachärzten betreut oder gar in eine spezialisierte Klinik eingewiesen werden muss. Die Behandlung dort dauert durchschnittlich drei Monate.
In vielen anderen Fällen kann ein Burnout jedoch durch Beratung oder therapeutische Maßnahmen noch rechtzeitig abgewendet werden.
Auch die AOK engagiert sich in der Burnout-Prävention, denn die Anzahl der Krankheitstage durch psychische Erkrankungen hat seit 1999 um rund 80 Prozent zugenommen. Der volkswirtschaftliche Schaden geht längst in die Milliarden - bezahlen müssen diese Rechnung nicht nur Unternehmen, sondern auch die Krankenkassen.
Deshalb unterstützt die AOK Nordost inzwischen rund 100 Unternehmen aus Berlin und Brandenburg dabei, ihr betriebliches Gesundheitsmanagement zu verbessern. So können die Arbeitnehmer über die AOK Kurse für ein besseres Stressmanagement buchen, die direkt im Unternehmen abgehalten werden.
Solche Kurse hat auch das Spezial-Pflegeheim in Hennigsdorf für seine Mitarbeiter gebucht. Doch die Gewerkschaft ver.di hat Zweifel, ob diese Maßnahmen allein ausreichen, um die Arbeitsbelastung im Pflegeheim nachhaltig zu mindern. Denn im Pflegeheim fehlen Fachkräfte - und es gibt immer noch keinen Betriebsrat, an den sich die Mitarbeiter mit ihren Problemen wenden können.
Beitrag von: Robin Avram
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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