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Noch verwöhnt uns die Novembersonne, doch Eisbahnen und -stadien haben schon wieder geöffnet. Bevor die besten Marken ausverkauft sind, haben wir sie getestet – mit Hilfe von Freizeitsportlern und einem Eislaufprofi.
Die Eislaufsaison in den Eisstadien ist eröffnet. Die richtige Zeit, sich bei Bedarf neue Schlittschuhe zu kaufen. Doch welcher Schuh eignet sich für Hobby-Schlittschuhläufer am besten? Wir haben drei unterschiedliche Modelle im Erika-Heß-Eisstadion in Berlin-Wedding einem Praxistest unterzogen:
1. Eishockey-Schlittschuh „Super 101“ von Graf für fast 90 Euro
2. Eiskunstlaufschuh „Classic“ von Powerslide für knapp 45 Euro
3. Allround-Damen-Schlittschuh „Cyclone Women“ von Tecno Pro für rund 50 Euro.
Unsere Praxistester sind allesamt erfahrene Schlittschuhläufer.
Klaus-Dieter Platu ist seit 50 Jahren begeisterter Eistänzer und war in den 70er Jahren sogar Berliner Meister im Amateurbereich. Er probierte den Eiskunstlaufschuh aus.
Edda Mootz hält sich seit Jahren im Winter mit Eisschnelllauf fit. Sie testete den Allrounder.
Und Kevin Marschner spielte schon als Kind jeden Winter Eishockey. Er probierte das Eishockey-Modell aus.
Als Experte begleitete unseren Test André Unterdörfel, ehemaliger Profi-Eisschnellläufer.
Material und Verarbeitung
Der Kunstlederschuh von Powerslide ist gut gepolstert und macht einen stabilen Eindruck. Doch die Kufe ist am hinteren Ende nicht abgerundet, sondern spitz. Das kann zu Verletzungen führen.
Beim Allrounder von Tecno Pro entdeckt unser Experte André Unterdörfel kleine Verarbeitungsmängel.
Der Eishockey-Schuh von Graf bleibt ohne Beanstandung.
Passform und Laufkomfort
Der Eiskunstlaufschuh von Powerslide zeichnet sich durch eine gute Passform aus. Dennoch gleitet Hobby-Eistänzer Klaus-Dieter Platu nicht ganz so mühelos übers Eis wie gewohnt. Beim Übersetzen fühlt er sich unsicher, er kann den Schlittschuh nur schwer hinter den Standfuß schieben und kommt aus dem Bogen nicht heraus. Das liegt seiner Meinung nach daran, dass die Kufe zu hohl geschliffen ist.
Der Allround-Schlittschuh von Tecno Pro ist äußerst bequem. Aber die Kufen sind vorne und hinten zu sehr abgerundet, so dass die Auflagefläche auf dem Eis äußerst gering ist. Das mindert die Stabilität. Unsere Testerin hat sichtlich Mühe, das Gleichgewicht zu halten.
Beim Eishockeymodell von Graf gibt es auch in Punkto Passform und Laufkomfort keine Beanstandungen. Unser Tester gleitet mühelos übers Eis.
Wendigkeit
Bei diesem Testkriterium möchten wir herausfinden, ob man im Ernstfall schnell einem Hindernis ausweichen kann.
Sowohl für den Eishockey- wie auch den Eiskunstlaufschuh ist das Umfahren unseres Parcours kein Problem.
Unsere Testerin Edda hingegen hat mit dem Allroundschlittschuh aufgrund der geringen Auflagefläche auf dem Eis Schwierigkeiten, die Pylonen zu umfahren und gleichzeitig das Gleichgewicht zu bewahren. Mehrfach verliert sie fast die Balance.
Bremsen
Hier überzeugten alle drei Modelle gleichermaßen – egal, mit welcher Bremstechnik.
Fazit
Am besten schneidet der Eishockeyschuh von Graf ab. Platz zwei belegt der Powerside-Eiskunstlaufschuh vor dem Allrounder von Tecno Pro.
Egal für welches Schlittschuh-Modell man sich auch entscheidet: Wer Spaß auf dem Eis haben will, sollte nicht nur auf eine gute und bequeme Passform der Schuhe achten, sondern vor allem auf Form und Schliff der Kufen.
Beitrag von: Gela Braun
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_07_11_2011/was__testet__schlittschuhe.html