Sie sind hier:
rbbonline | Archiv

Wenn die Heizung mal wieder ausgefallen ist oder das Wochenendhaus kalt, sind mobile Heizungen gefragt. Stecker in die Steckdose, Gerät einschalten - und schon wird es gemütlich warm. was! hat sich die verschiedenen Systeme mit einem Heizungsfachmann genauer angesehen.
Fast jeder kennt das: Die Garage ist zu kalt, um am Auto zu schrauben. Im Fitnessraum bringt es das Thermometer nur auf kühle 7 Grad. Und abends fällt noch die Heizung im Wohnzimmer aus. In solchen Fällen freut sich jeder über ein mobiles Heizgerät. Davon gibt es eine ganze Reihe.
WAS! hat erkundet, welche Technik für welchen Zweck geeignet ist. Dazu haben wir uns vier elektrische Geräte näher angeschaut.
Die Testgeräte
Ein Heizlüfter von Rowenta
ein Standkonvektor von Stiebel Eltron
ein Ölradiator von Bestron und
eine Wärmewellenheizung von ROWI
Das Ferienresort Marina Wolfsbruch in Kleinzerlang/bei Rheinsberg stellte für unseren Versuch vier baugleiche Zimmer zur Verfügung, herunter gekühlt auf 10 Grad. Unter den fachkundigen Augen des Elektromeisters Reinhard Neumann probierte WAS! die Geräte aus. Alle verfügen über 2000 Watt Leistung. Insgesamt gleiche Ausgangsbedingungen.
Was schaffen die Geräte innerhalb einer Stunde?
Der Heizlüfter hat das Zimmer um drei Grad erwärmt. Die Luft fühlt sich wohliger an. Das liegt an der starken Luftzirkulation, erklärt Reinhard Neumann. Der Heizlüfter wirbelt die Luft ordentlich durcheinander und erwärmt sie dabei.
Der Standkonvektor hat den Raum in einer Stunde um zwei Grad erwärmt.
Diese Technik funktioniert so: Durch Schlitze an der Unterseite des Gerätes wird kalte Luft vom Boden angesaugt. Im Gerät heizt sich die kalte Luft auf. Durch die Erwärmung strömt sie nach oben und gelangt durch das Gitter an der Oberfläche des Gerätes in den Raum.
Nun zum Ölradiator: Hier scheint es, als hätte sich nichts getan. Das Thermometer steht nach einer Stunde Laufzeit immer noch auf 10 Grad. Das Gerät läuft auf Höchstleistung, 2000 Watt. Die Lamellen sind heiß. Wo ist die Wärme geblieben?
Reinhard Neumann misst mit dem digitalen Thermometer an der Zimmerdecke. Dort ist die Temperatur um drei Grad höher.
Mit der natürlichen Luftzirkulation steigt die Wärme nach oben, wird nahe der Decke in den Raum transportiert und fällt dann nach unten. Das dauert seine Zeit.
Im Raum mit dem Wärmewellenheizgerät, so scheint es, hat sich ebenfalls nichts getan. Das Thermometer steigt nicht höher als auf 10 Grad. Woran liegt das?
Das Wärmewellenheizgerät erwärmt nicht die Luft, sondern nur die Gegenstände, die im Bereich der Strahlung platziert sind wie Tisch und Stuhl. Der Elektromeister nimmt wieder das digitale Thermometer und richtet es auf die Flächen, die von den Wärmewellen angestrahlt werden. Die Tischkante hat schon 20 Grad. Der Stuhl knapp 16 Grad.
Unser Fazit
Am schnellsten und effektivsten heizt der Lüfter. Sein Nachteil: Er ist recht laut. Außerdem wirbelt er viel Staub auf.
Der Standkonvektor braucht zwar länger als der Lüfter, arbeitet jedoch völlig geräuschlos.
Der Ölradiator enttäuscht. Den Raum hat er selbst nach drei Stunden nur um eineinhalb Grad erwärmt.
Das Wärmewellengerät ist nur als zusätzliche Wärmequelle zu empfehlen, z.B., wenn der Nutzer in einem mäßig beheizten Raum sitzt und beim Fernsehen fröstelt.
Die Heizkosten
Alle vier Geräte „fressen“ die gleiche Menge Strom. Wenn die Kilowattstunde 24 Cent kostet, kommen für einen Abend schon mehrere Euro zusammen. Mobile Heizgeräte sind daher nur für den kurzen Gebrauch zu empfehlen.
Beitrag von: Rüdiger Paschleben
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
http://www.rbb-online.de/was/archiv/was__vom_16_01_2012/was__testet__mobile.html