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Einkaufen wird immer mehr zum Erlebnis. Mit wohlriechenden Düften soll unser fünfter Sinn angesprochen und beeinflusst werden. In immer mehr Geschäften und Kaufhäusern findet man schon das so genannte Duftmarketing. Doch bringt der gute Duft auch mehr Umsatz?
Kein Sinn wirkt so direkt auf die Emotionen wie der Geruchssinn. Das machen sich Konzerne zunutze - und setzen Düfte gezielt zur Verkaufsförderung ein. Doch wie stark ist die Macht der Düfte, wie sehr lässt sich der Kunde manipulieren?
In einem Schuhgeschäft riecht es normalerweise nach Schuhen. Nicht so im Laden der Marke Converse in Berlin-Mitte - "Frisch, fruchtig, wie im Wald", lautet die Kundenmeinung. Des Rätsels Lösung: Ein schwarzer Kasten hoch oben an der Wand. Hier wird die Raumluft eingesaugt, gesäubert, mit ätherischen Ölen versetzt und dann wieder in den Raum gegeben. Der Duft ist auf jedes Unternehmen individuell zugeschnitten. Hier ist es eine Mischung aus Lavendel zur Beruhigung und Kardamon, der für Lust und Leidenschaft stehen soll. Das Ergebnis: Die Kunden bleiben länger und sind beim Verkaufsgespräch entspannter.
Der Grund für die starke Wirkung von Düften liegt im Gehirn. Wenn wir etwas riechen, gelangt der Duft ohne Umwege ins Unterbewusstsein. Wir erinnern uns intuitiv an Ereignisse, die wir mit dem Duft verbinden, oder an ein Gefühl.
Klar ist aber auch: Es gibt keinen Duft, der uns zwingt, eine Waschmaschine zu kaufen, wenn wir das nicht wollen. Aber wenn wir die Auswahl haben und ein Fernseher duftet besser als der andere, entscheiden wir uns für diesen, einfach, weil er besser riecht.
Auch Zahnarztpraxen haben die Macht der Düfte entdeckt und setzen sie verstärkt ein. Kein Geruch von Desinfektionsmittel hängt mehr in der Luft, sondern den Patienten empfängt eine Wohlfühlatmosphäre. Seit einigen Jahren hat Kieferorthopäde Woo-Ttum Dittmer Duftsäulen der Firma A & D in seiner Praxis stehen. Den Duft wechselt er je nach Jahreszeit: Im Sommer etwas Frisches, im Herbst etwas Holziges und vor Weihnachten gibt es einen Lebkuchenduft.
Doch die Düfte bergen auch Risiken. Wissenschaftler warnen, Allergien gegen Düfte nähmen zu. Gefährlich wird es aber nur dann, wenn ein Duft zu stark eingesetzt wird. Solange die Konzentration niedrig ist, sind kaum Fälle bekannt, in denen es zu allergischen Reaktionen gekommen ist. Doch noch längst sind nicht alle Düfte und ihre Wirkung erforscht. Es gibt also noch viel zu tun beim Werben um die Kundennase.
Beitrag von: Michael Handel
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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